Protokoll zum Info - Abend des Vorstandes Dienstag 08. Januar 2019

TOP 2       Bericht des Vorstandes

Das Schwerpunktthema ist das Hochwasser vom 2. Januar 2019 und die bisherigen Aktivitäten/Planungen zum Hochwasserschutz auf dem Priwall. Der Bericht des Vorstandes - Präsentation ist auf der Homepage veröffentlicht - gliedert sich in vier Teile:

  • Teil 1: Bemühungen mit Politik und Verwaltung ins Gespräch zu kommen
  • Teil 2: Darstellung der aktuellen Situation 2019
  • Teil 3: Warum und welche Schutzmaßnahmen werden gefordert
  • Teil 4 Fazit
  1. Erdmann stellte fest, dass nach einer Ortsbesichtigung im November 2017 mit dem Innensenator Hinsen und dem Ortsrat und der Feuerwehr keine weitere Reaktion erfolgt sei. Vor allem die Anregung, mit Mecklenburg eine gemeinsame Lösung anzustreben, sei nicht verfolgt worden. Er beklagt die Untätigkeit der Stadt und fordert unter anderem einen Schutzwall an der Mecklenburger Landstraße. J. Rosenwald zeigte die Schwachpunkte anhand von Fotos des Hochwassers vom 2. Januar auf. Mit Bilder von anderen Nachbargemeinden zeigt J. Rosenwald, wie sich diese Ostseebäder gegen das Hochwasser schützen. F. Scharlaug weist darauf hin, dass die Prognose -wie schon 2017 - nicht konservativ war. Der Anstieg des Wasserstandes wurde um 40 cm unterschätzt.

Der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Priwall (FFw), Thorsten Clausen, direkt von einer Versammlung der Lübecker Feuerwehren und Einsatzkräften kommend, berichtet über Einsatz

und Lage sowie zum Fährbetrieb. Er erläuterte, dass sich die Stadtwerke eine Stromabschaltungen im entscheidenden Moment vorbehalten, genaue Angaben wann dies geschieht, sind auch der FFw nicht bekannt; Gas wird nicht abgeschaltet.

  1. Erdmann bedankte sich für den Bericht und die aktuelle Befassung der HL bei Hr. Clausen und fährt mit dem Teil IV Fazit fort. Er erläutert, dass einen Lückenschluss an der Pötenitzer Wiek kostengünstig durchgeführt werden kann. Er bedankt sich besonders bei der FFw. für deren Einsatz und Stationierung auf dem Priwall und lädt diese zu einem Grünkohlessen ein. Er freut sich auf einen gemeinsamen Abend. Er betont, dass er den Ortsrat als politisches Gremium bei vielen Themen einbinden und weiterhin eng mit dem OR zusammenarbeiten will.

Der Ortsratsvorsitzende Herr Schröder appelliert an ein gemeinsames Vorgehen aller Travemünder. Auch er fühlt sich von der Stadt alleingelassen. Er hat nach 2017 erneut Kontakt mit dem obersten Hochwasserexperten in SH Hr. Dr. Oelerich aufgenommen. Er bedauerte, dass dieser weder von der Stadt noch von jemand anderem angesprochen wurde, auch nicht im Hinblick auf den Umbau der Travepromenade. Er bietet an, den Kontakt herzustellen. Er teilt mit, dass die nächste Sitzung des Ortsrates auf dem Priwall stattfinden soll. Der Innensenator ist hierzu eingeladen. Er appelliert an die Besucher des Info-Abends sich die richtigen Fragen für die OR-Sitzung am 13. Februar 2019 aufzuheben. Herr Schröder hat das Thema Hochwasser auf der Agenda.

  1. Erdmann bedankt sich auch bei den Lübecker Nachrichten für die kritische Berichterstattung, für die Unterstützung durch den Ortsrat und freut sich auf die gemeinsame Sitzung mit dem Innensenator und Ortsrat im Februar auf dem Priwall.

Fragen und Anregungen der Besucher:

Ein Besucher fragt, bei welchem Hochwasser es Schwierigkeiten mit dem Klärwerk gibt?

Antwort: E. Erdmann und verweist auf die erhaltenen Informationen anlässlich der Begehung des Klärwerkes im letzten Jahr. Er erläutert, dass getrennte Entsorgungswege vorliegen das (saubere) Wasser beim Überlauf des Rückhaltebeckens in die Trave abgeleitet werden kann. Explizite Angaben kann er dazu aber nicht machen und nimmt die Frage daher mit.

Ein Bürger aus Lübeck berichtet, dass Rückflussventile in den Sielen in Lübeck, die bis auf eine Ausnahme (Fremdkörper) gut funktioniert haben. Er empfiehlt diese Erfahrungen von der HL auf den Priwall zu übertragen.

  1. Erdmann verweist auf die von dem Entsorgungsbetrieb installierten Tideflexventile, die auch überprüft werden. Diese liegen unterhalb der „Überlaufschwelle“ des Fährvorplatzes und verhindern, dass das Travewasser in die Kanalisation eindringen kann. Es gibt keine Rückmeldungen, dass diese nicht funktionieren. Das Problem ist, wenn das Wasser (ab ca. 1,65 m ü. NN) über den Fährvorplatz in die Gullys läuft und sich dann durch die Entwässerung verbreitet. Abdeckungen (Sandsäcke) können hier nach Auskunft der Entsorgungsbetriebe nur wenig helfen, da der Bereich unter der Wasserlinie liegt. Andere Maßnahmen sind aus Kostengründen nach Auskunft der Entsorgungsbetriebe nicht umsetzbar. Die Thematik wird weiter verfolgt.
  1. Tlotzek fordert vom Stadtverkehr Lübeck eine Art Liveticker, z.B. über dessen Internetseite, auf dem ersichtlich ist, ob die Fähren fahren oder nicht. Eine entsprechende Information ist auch für die Mecklenburger Landstraße an der Grenze erforderlich. Für Bewohner und Besucher muss erkennbar sein, ob sich dort die Fahrzeuge stauen.
  2. Clausen (FFw) erläutert, dass an der Landesgrenze bei Überflutung von der Pötenitzer Wiek der Wasserstand (ab ca. 1,5 m) das Wasser in der ML sehr schnell auf 30 bis 50 cm ansteigt. Er bestätigt die Probleme mit liegen gebliebenen Fahrzeugen an der Grenze. Auch der Fährvorplatz soll nach heutiger Verabredung frühzeitig gesperrt werden. Er bemängelte die fehlende Präsenz der Polizei an diesem Tag. Nur diese ist befugt eine Absperrung vorzunehmen. Auch er fordert eine klare Ansage, ob die Fähre fährt. Es macht kein Sinn Fahrzeuge auf den Priwall zu befördern, wenn diese auf der Mecklenburger Seite nicht weiter fahren können.

Der Vorschlag stieß auf allgemeine Zustimmung. E. Erdmann forderte eine klare Ansage vom Stadtverkehr, von Hr. Ortz oder Fr. Gaedecke, und nimmt diesen Punkt mit.

Ein Besucher verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die Wasserstände (Quelle: www. pegelonline.wsv.de) und die Positionen der Schiffe mithin auch die der Fähren unter „Travemünde Aktuell“ in der Rubrik Service einzusehen sind.

Ein weiterer Besucher berichtet über seine Erfahrungen an der Grenze zu Mecklenburg und spricht die mangelnde länderübergreifende Kooperation an. Er habe beim letzten Hochwasser an der Landesgrenze mit einer Polizeistreife von Mecklenburg gesprochen. Die äußerte sich so, als wolle sie sich nicht mit der Feuerwehr Lübeck in Verbindung setzen. T. Clausen bestätigt dagegen die relativ guten Kontakte zu Vertretern von Mecklenburg-Vorpommern.

Hr. Schröder (OR) teilt mit, dass sich der OR mit Meck-Pom diesbezüglich in Verbindung gesetzt hat. Leider ist nichts geschehen.

  1. Erdmann bedankt sich für die rege Diskussion und kommt zum Ausblick
  2. Ausblick

Verkehrskonzept

  1. Erdmann erläutert, dass ein eigenes Verkehrskonzept entwickelt wird. Ein Entwurf sowie der Entwurf eines Verkehrskonzeptes zum Priwall der HL hat der von dem Verein zugezogene Bausachverständige Dipl.-Ing. Stempel erhalten. Das Konzept wurde zeitgleich dem Vertreter der Stadt im Rahmen der laufenden Abstimmungsgespräche zur Verfügung gestellt. Beide Konzepte sind noch miteinander abzugleichen. Hr. Schröder (OR) bemängelt, dass der OR dieses Konzept bisher nicht erhalten hat. E. Erdmann verweist auf den Entwurfsstand und die noch notwendige interne Abstimmung bevor damit in die Öffentlichkeit gegangen werden kann.

Küstenwald.

  1. Erdmann hat das Gutachten von der unteren Naturschutzbehörde nach dem Informationszugangsgesetz des Landes SH angefordert und verweist hierzu auf die von ihm geführten Gespräche mit der HL. Er hebt den breiten Konsens der Travemünder hervor. Hr. Schröder (OR) bestätigt dies und will, wenn alle Stricke reißen, die Presse hierzu einschalten. E. Erdmann spricht die Einladung von Herrn Neskovic zum Thema Waterfrontvertrag an. Er soll zur Frage einer rechtlichen Verpflichtung der Genehmigung eines B-Planes aufgrund des Vertrages referieren. Damit sollen Unklarheiten in der Bevölkerung zum Bauabschnitt II abgebaut und daraus abzuleitende Konsequenzen erläutert werden.
  2. Erdmann erklärt, dass er soweit Unstimmigkeiten mit dem OR vorhanden sind, sich bemüht diese auszuräumen. Er begrüßt, dass alle Travemünder sich für ein gemeinsames Vorgehen in der Angelegenheit Hochwasser, Küstenwald und Verkehrskonzept aussprechen.

Die weiteren Punkte der Tagesordnung werden auf die nächste Sitzung verschoben.

Ende: 20:35 Uhr